Vielleicht kennst du das Gefühl am Ende des Jahres: Das Jahr ist vorbeigezogen, aber du weißt nicht wirklich, "was es dir gebracht hat", warum bestimmte "Umwege" dran waren oder was dich bewegt hat. Vielleicht spürst du auch eine Unruhe, eine Erschöpfung- ohne, dass du wirklich weißt, woher sie kommt.
Die Geschwindigkeit des Lebens verändert sich- alles wird immer schneller und mehr. Es prasseln immer mehr Reize auf uns ein, wir bekommen neues Wissen, Meinungen oder Impulse auf Knopfdruck. Innezuhalten, sich Zeit und Raum zu schenken und zurückzublicken, ist in dieser schnelllebigen Zeit wahrer Luxus.
Wir bewegen uns durch die Tage, die Wochen und Kalenderjahre und verpassen dabei unsere Schritte, übersehen unsere Erfolge und kommen vielfach nicht dazu unser Leben aus der Metaebene zu betrachten. Das Jahr vergeht, ohne wirklich innegehalten zu haben. Erfahrungen ziehen ans vorüber, ohne, dass wir ihren Kern erkennen.
Ich glaube mittlerweile fest daran, dass ohne regelmäßige Reflexion und Rückschau die Orientierung im Innen fehlt. Ganz abgesehen davon, dass es uns den Schlüssel zu so vielen Geschenken unseres Lebens schenkt und unser Selbstbewusstsein stärkt.
Die Socken und das Buch
Reflexion schafft innere Ordnung.
Du kannst dir das bildlich so vorstellen: Vor der Reflexion ist dein Jahr wie ein Raum voller Gegenstände, die herumliegen oder herumstehen, ungeordnet- vielleicht ist da eine Hose und daneben ein Buch, dann wieder eine Zahnbürste und ein Kamm. Alles ist vereinzelt verstreut. Die Reflexion schafft Ordnung- alle Hosen kommen auf einen Stapel und die Zahnbürste kommt zu den anderen Toilettensachen oder vielleicht sogar ins Bad. Der Raum wirkt übersichtlicher und du kannst einzelne Bereiche erkennen, Ruhe breitet sich aus.
Genau das bewirkt auch die Reflexion deines Jahres.
Wiederkehrende Muster werden sichtbar
Wieder zurück zum unordentlichen Raum: So absurd es dir vorkommt, vielleicht erkennst du, dass jeweils ein Socke auf einem Buch liegt und sich das wiederholt: Weiß gepunktete Socke auf deinem neuen Lieblingsroman. Dabei macht es wirklich keinen Sinn, weil du die Socken ja bestenfalls zusammen aufbewahrst. Du erkennst das Muster und führst die Socken jeweils zusammen.
Übertragen auf deine Jahresreflexion kann das bedeuten, dass du erkennst an bestimmten Stellen in deinem Alltag über deine Grenzen zu gehen. Du spürst dich und deinen Körper dann nicht mehr, vergisst Pause zu machen und merkst am Abend, dass du komplett fertig ins Bett fällst. Passiert das einzelne Male, ist nichts weiter dabei- aber was, wenn du dieses Muster regelmäßig erkennst? Wie kannst du das verändern? Was brauchst du, damit das nicht mehr passiert?
Reflexion ist ein Akt der Selbstfürsorge
Dabei geht es nicht darum einen weiteren Grund für deine Selbstoptimierung zu haben. Zu erkennen, wie du "noch besser, schneller, effizienter" oder was auch immer wirst. Nein. Vielmehr ist Reflexion Selbstfürsorge, weil du nicht nur deine Erfolge und wichtigen Schritte erkennst, sondern die Möglichkeit erhält neu zu wählen. Bewusstsein als Beginn der Veränderung.
Eine Jahresreflexion ist ein bewusstes Sammeln, Ordnen und Verstehen der eigenen Erfahrungen. Sie macht deine einzelnen Schritte sichtbar und ermöglicht es, Muster zu erkennen, Erlebtes zu integrieren und klare Entscheidungen für den kommenden Lebensabschnitt zu treffen. Sie hilft dir, das Unsichtbare sichtbar zu machen und deine Erfahrungen in einen größeren Zusammenhang zu stellen.
"Selbstreflexion verwandelt Vergangenheit in Orientierungskraft."
Warum die Reflexion deines Jahres zentral ist
Die Rückschau auf dein vergangenes Jahr öffnet dir einen bewussten Zugang zu Erfahrungen, die im schnellen Rhythmus des Alltags oft unverknüpft bleiben. Reflexion schafft Zusammenhang, fördert innere Orientierung und bildet eine stabile Grundlage für deine persönliche Neuausrichtung. Die zentralen Funktionen lassen sich in drei Bereiche gliedern:
1. Integration von Erfahrungen
Dein Jahr besteht aus zahllosen Einzelmomenten, die ohne bewusste Betrachtung fragmentiert bleiben. Eine strukturierte Reflexion ermöglicht Bedeutungsfindung, emotionalen Abschluss und eine eindeutige Einordnung von Erlebnissen. Das Gehirn kann Erfahrungen dadurch nachhaltiger verarbeiten. Dieser Prozess stärkt deine psychische Klarheit, reguliert das Nervensystem und fördert innere Stabilität. Integrationsprozesse gehören zu den wichtigsten Mechanismen, die langfristige Resilienz unterstützen.
2. Erkennen von Mustern und Entwicklungen
Menschen bewegen sich nicht zufällig, sondern folgen biografischen Linien, die sich über Entscheidungen, Beziehungen, Herausforderungen und innere Bewegungen zeigen. Der Rückblick schafft Überblick und macht Entwicklungsverläufe sichtbar:
Welche Themen haben dich begleitet?
Welche Entscheidungen haben Dynamik ausgelöst?
Wo entstanden Wachstum, Widerstand oder Wendepunkte?
3. Bewusste Selbststeuerung
Wer die eigene Vergangenheit klarer versteht, gestaltet die Zukunft differenzierter. Rückschauprozesse erleichtern es, Prioritäten zu definieren, Grenzen zu erkennen, Ressourcen bewusst wahrzunehmen und Ziele realistisch auszurichten. Das führt von unbewusstem Reagieren zu aktiver Selbststeuerung. Selbstwirksamkeit entsteht, wenn Entscheidungen nicht aus Gewohnheitsmustern, sondern aus Bewusstheit getroffen werden.
Eine besondere Zeit für die Reflexion
Die Dunkelnächte oder auch Sperrnächte genannt, sind die dunkelste Zeit des Jahres und gelten als die wichtigste Vorlaufzeit der Rauhnächte. Sie beginnen am 08.12. und enden am 20.12. einem Tag vor der Wintersonnwende.
Während die Rauhnächte die Träume und Wünsche für das neue Jahr im Fokus haben, dienen die Dunkelnächte der Reflexion. Du blickst auf das Jahr zurück und schließt es damit ab. Der Fokus liegt auf Klärung, Reinigung, Anerkennung und Loslassen des Vergangenen.
Die Stille und Dunkelheit der Tage und Nächte unterstützen dich nach innen zu gehen, zu reflektieren und zu fühlen, was das vergangene Jahr mit sich gebracht hat. Den Start der Dunkelnacht kannst du gegen 16 Uhr ansetzen. Damit beginnt die erste Dunkelnacht am 8. Dezember um 16 Uhr und endet am 9. Dezember um 16 Uhr.
Durch die Rückschau gewinnst du neue Erkenntnisse, dich an Erlebnisse erinnern und Dankbarkeit empfinden. Der Rückblick ermöglicht es dir auch, dich anzuerkennen für das, was du geschafft, erreicht hast und wie sehr du gewachsen bist.
Dabei geht es nicht darum in der Vergangenheit hängen zu bleiben oder sich in Erinnerungen zu verlieren. Die Dunkelnächte bieten einen Rahmen, in denen du durch meine Begleitung nicht nur Herausforderungen des Jahres erkennst, sondern vor allem Ressourcen. Du siehst deine eigenen Stärken, deine Momente der Kreativität, des Mutes und der Verbundenheit.
Laut germanischer Überlieferung wurde die Zeit vor der Wintersonnenwende dazu genutzt, alle landwirtschaftlichen Geräte wegzuräumen und zu sperren (deshalb auch “Sperrnächte”). Werkzeuge wurden geprüft, sortiert, repariert oder geschärft, um für das neue Jahr einsatzbereit zu sein. Das Arbeiten wurde eingestellt.
Genauso zeigt es uns auch die Natur. Die Pflanzen ziehen alle Kräfte in sich zurück und viele Tiere gehen in den Winterschlaf/ die Winterruhe. Jetzt ist also die Zeit aufzuräumen, zur Ruhe zu kommen und nach innen zu schauen.
Sammle gern erste Antworten auf folgende Fragen:
Was möchtest du noch abschließen?
Wo möchtest du aufräumen?
Was möchtest du nicht mit ins neue Jahr nehmen?
Eine Einladung an dich
Über Jahre jetzt begleite ich Menschen durch die Dunkelnächte, inspiriere sie zur Reflexion und ermögliche ihnen einen besonderen Rückblick auf das vergangene Jahr. Ich nenne meine Form der Begleitung "Guide into the light", weil an die Dunkelnächte und die Reflexion die Wintersonnwende, Weihnachten und die Rückkehr des Lichts anschließen. Alleine dieses Bild fasziniert mich jedes Jahr neu. Und auch das Reflektieren und das Einsammeln der vielen vielen Erfolge und Geschenke des Jahres fühlt sich für mich an wie das Sammeln vieler kleiner Lichter, wodurch es von Tag zu Tag im innen heller wird- und das Außen dann nachzieht.
Dieses Jahr ergänze ich die Reflexion durch Fragen und Impulse im Guide durch die intuitive Gestaltung eines JahresKunstwerks. Das ist ein Bild, das für dein Jahr 2025 steht und step by step entsteht. Wir malen in den Live- Events zusammen, du kannst aber natürlich jederzeit Weitermalen. Dabei geht es weder darum ein "schönes" Bild zu malen, noch, dass du es irgendjemandem zeigen musst, wenn du das nicht möchtest.
Ich freue mich schon sehr auf diese Reise und lade dich ganz herzlich ein noch dazuzukommen. Wir starten am 8. Dezember.
Maria Rosa
Hey, mein Name ist Maria Rosa,
schon seit ich ein Volksschulkind bin, ist Reflexion Teil meines Alltags und (Er)Lebens. Mit 7 Jahren habe ich begonnen Tagebuch zu schreiben, meinen Tag zu reflektieren und zu sortieren.
Seit über 5 Jahren jetzt liebe ich es das Jahresende zur Reflexion zu nutzen, die Dunkelnächte sind meine liebste Zeit dafür. Ich mag es in der dunklen Zeit in die Erlebnisse des Jahres einzutauchen, mich darin zu erkennen und den roten Faden weiterzuverfolgen.
Dieses Jahr freue ich mich besonders ein Jahreskunstwerk entstehen zu lassen und das Jahr sowohl auf der Ebene der gedanklichen Reflexion als auch der intuitiven Führung abzuschließen.
Mögen uns die Dunkelnächte zeigen, wie sehr uns dieses Jahr gewachsen hat.
Mögen uns die Dunkelnächte zeigen, welche Erfolge wir feiern dürfen.
Mögen uns die Dunkelnächte zeigen, dass das Leben immer für uns ist.
Danke für dein Vertrauen in mich und meine Gaben.
Ich freu mich auf dich.
Maria Rosa
Künstlerin, kreative Wegbegleiterin und Biografietrainerin in Ausbildung
Lust noch mehr zu lesen?
Mein Jahr 2022- ein Jahresrückblick
Ich möchte den Rückblick mit einem sehr wichtigen Ort, einem Kraftort für mich beginnen. Ich wurde auf einem Spaziergang zu ihm geführt- bis heute kennen ihn nur sehr wenige und für mich wichtige Menschen. Seit ich ihn entdeckt hatte, musste ich immer wieder hin, bis meine Transformation geschehen war.





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